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Der Titel Dalai Lama wurde 1578 dem damaligen Grosslama Sonam Gyatso durch den Mongolen-Fürsten Altan Kahn als Dank für die erhaltenen buddhistischen Weihen verliehen. Dalai Lama bedeutet soviel wie "Ozean des Wissens". Später wurde den beiden Vorgängern Sonam Gyatsos dieser Titel auch zuerkannt, so dass Sonam Gyatso als der 3. Dalai Lama in die Geschichte einging. Der Dalai Lama gilt als Wiedergeburt Tschenresis, des Buddhas des Erbarmens, der gleichzeitig der Schutzpatron Tibets ist. Tschenresi hat auf seine eigene Erlösung und den Eingang ins Nirwana verzichtet und wird solange wiedergeboren, bis alle Menschen erlöst sind. Der Dalai Lama war das religiöse und politische Oberhaupt Tibets. Der aktuelle Dalai Lama jedoch strebt für Tibet und die Tibeter eine Demokratie an, in der er keine politschen Ämter mehr innehaben soll.
Als im Sommer 1949 die chinesische Volksbefreiungsarmee mit der Eroberung Tibets begann, (Höhepunkt am 7. Oktober 1950), wurde dem damals erst 15-jährigen Dalai Lama am 17. November 1950 die Herrschaft über Tibet übertragen. Am 9. September 1951 marschierten chinesische Truppen in Lhasa, der Hauptstadt Tibets ein und besetzten diese. 1954 versuchte der Dalai Lama in Peking vergeblich mit Mao Tsetung Friedensgespräche zu führen.
Für seinen unermüdlichen Einsatz mit gewaltlosen Mitteln und durch Dialog eine Lösung für das Tibetproblem zu finden, erhielt der Dalai Lama am 10. Dezember 1989 den Friedensnobelpreis, die höchste vieler von ihm erlangter Auszeichnungen. |